- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 1 Tag
Wenn ich die Dokumente (Grundlagen und Berufsbild) der KomplementärTherapie durchgehe, so stosse ich immer wieder auf den Ausdruck der Selbstregulation. Über 10x ist er in verschiedenen Kapiteln und Erklärungen der KT-Begrifflichkeiten zu finden, was mich allein schon zum Schluss führt, die Selbstregulation für die KT nicht nur wichtig, sondern auch massgeblich ist. Ganz abgesehen davon, dass die Stärkung der Selbstregulation eines der drei Ziele der KT ist (und noch dazu das Erstbeschriebene - Ausgabe 2015 ), wird mir jetzt bewusst, wie selbstverständlich ich mich dieses Wortes bedient habe, ohne es in seiner Tiefe zu verstehen.
Laut Wikipedia definiert Ronald Grossarth-Maticek (Medizin-Soziologe, 1940-2025), der sich mit dem Verständnis von Gesundheit und Krankheit auseinandergesetzt hat, die Selbstregulation als
"eine permanente, flexible, bedürfnisorientierte Eigenaktivierung in Bezug auf den Körper und die physische und soziale Umwelt
mit dem Ziel, dort Bedingungen und Zustände zu erreichen, die sowohl eine kurzzeitige Bedürfnisorientierung ermöglichen als auch eine Selbstorganisation derart stabilisieren, dass eine Entwicklung und Integration unterschiedlicher Bereiche für eine effektive Problemlösung gewährleistet wird."

Aus heutiger Sicht, und sicher einfacher formuliert, reguliere ich mich, indem ich bewusst und auf verschiedenen Ebenen (physisch/psychisch/kognitiv/emotional) Prozesse lenke, um Ziele zu erreichen und/oder mich an situative Anforderungen anpasse.
Während der Vorbereitung zur HF-Prüfung fällt mir auf, dass die Selbstregulation für mich persönlich zum Thema wird. Ich kenne einige tolle Werkzeuge aus dem Yoga - im Moment gelingt mir die Regulation zusätzlich mit Auseinandersetzung, Vertiefung und Reflexion. Meine Supervisorin, der ich sehr dankbar bin für ihre Unterstützung, würde hier wahrscheinlich von Fenstern sprechen, die aufgehen. Gestern habe ich gelernt, dass Selbstregulation nicht unbedingt ins Gleichgewicht führen muss. Dass Selbstregulation nicht unbedingt bedeutet, die Waagschale in Balance zu halten (gerade dann nicht, wenn ein Zuviel an Kraft und Anstrengung gefordert ist), sondern dass Selbstregulation auch Bewegung sein kann.
Was ist Deine Definition von Selbstregulation?
Welche Zusammenhänge verstehst Du mit den Begriffen Homöostase/Heterostase und Selbstregulation?
Wann und wie drückt sich Selbstregulation aus?
Auf welcher Ebene fällt es Dir besonders leicht, Dich zu regulieren?
Welche Fähigkeiten braucht es zur Selbstregulation? Was ermöglicht eine gestärkte Selbstregulation?
Wie entdeckst Du Störungen und Ungleichgewichte der Selbstregulation bei Deinen KlientInnen?
Siehst Du Schwierigkeiten/Herausforderungen im Konzept der Selbstregulation?



Kommentare